Bio ist schon lange überall zu finden. In jedem Supermarkt, sogar in Discountern und Drogerien locken Obst, Gemüse, auch fertige Produkte, Mehle, Nudeln und Backwaren mit verschiedenen Siegeln, auf denen groß „Bio“, „Öko“, „vegan“ oder Ähnliches steht.
Das ist eine positive Entwicklung, denn Produkte aus ökologischem Anbau werden nach festgelegten Vorgaben erzeugt. Diese regeln unter anderem den Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln sowie bestimmte Zusatzstoffe. Aber du solltest dich vor deinem nächsten Kauf darüber informieren, was die verschiedenen Siegel überhaupt bedeuten, was dahintersteckt, wer diese Zertifizierungen vergibt und wer sie tragen darf. Wir möchten dir helfen, dich im Siegel-Dschungel zurechtzufinden und Produkte und ihre unterschiedlichen Bio- und Öko-Siegel besser einordnen zu können.
In unserer Frische Boutique in Dudenhofen findest du eine sorgfältig ausgewählte Vielfalt an Bio-Lebensmitteln und Naturprodukten. Im Mittelpunkt stehen frisches Bio-Obst und -Gemüse, Fleisch vom Weiderind sowie Geflügel und Schwein und eine große Auswahl an Molkereiprodukten. Ergänzt wird unser Sortiment durch ausgewählte Naturkosmetik sowie weitere Naturprodukte.
Bei der Auswahl unserer Produkte achten wir besonders auf Herkunft, Qualität und nachvollziehbare Standards. Viele unserer Lebensmittel tragen anerkannte Bio-Siegel oder die Zeichen von Anbauverbänden wie Demeter, Bioland oder Naturland. So kannst du direkt erkennen, nach welchen Vorgaben die jeweiligen Produkte erzeugt und verarbeitet wurden.
Was bedeuten die verschiedenen Bio-Siegel?
Zunächst einmal bedeutet ein Bio-Siegel, dass für dieses Produkt festgelegte Anforderungen gelten und deren Einhaltung kontrolliert wird. Und nicht nur die fertige Ware, sondern auch der Betrieb, in dem sie hergestellt und verpackt wird, sowie die Erzeugung der landwirtschaftlichen Rohstoffe sind Teil der jeweiligen Vorgaben und Kontrollen. Die Anforderungen beginnen bereits beim Saatgut. Auch hierfür gelten im ökologischen Landbau entsprechende Vorgaben. Die Art und Weise, wie eine Pflanze wächst, gedüngt und geerntet wird, ist entscheidend für die Zertifizierung.
Gleiches gilt übrigens auch für Fleischwaren oder Eier. Woher stammt das Tier, wie wird es gefüttert, gehalten, transportiert, geschlachtet und verarbeitet? Oder auch: Wie leben Hühner in Eierlegebetrieben? In dieser langen Kette gibt es zahlreiche Vorgaben, die je nach Bio-Siegel bei Erzeugung, Verarbeitung und Herstellung eingehalten werden müssen.
Möchte ein Betrieb ein bestimmtes Siegel verwenden, muss er die dafür geltenden Voraussetzungen erfüllen und wird entsprechend kontrolliert. Für die Verbraucherinnen und Verbraucher ist das ein großer Vorteil, denn die Siegel machen auf einen Blick erkennbar, nach welchen Standards ein Produkt zertifiziert wurde.
Besonders wichtig ist das natürlich für all diejenigen, die auf bestimmte Zutaten verzichten oder verzichten müssen. Dazu gehören beispielsweise die bekannten V-Labels „Vegan“ und „Vegetarisch“ oder die durchgestrichene Ähre für glutenfrei.
Sehr weit verbreitet sind auch das grüne EU-Bio-Logo (grünes Blatt aus Sternen) und das deutsche Bio-Siegel (sechseckiges Bio-Zeichen). Sie kennzeichnen Produkte, die die entsprechenden gesetzlichen Anforderungen für Bio-Lebensmittel erfüllen. Dazu gehören unter anderem Vorgaben für den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, das Verbot der Verwendung von Gentechnik sowie Vorgaben für die Haltung von Nutztieren, beispielsweise hinsichtlich Platz, Auslauf und Bio-Futter. Außerdem müssen bei verarbeiteten Lebensmitteln grundsätzlich mindestens 95 Prozent der landwirtschaftlichen Zutaten ökologischer Herkunft sein, damit sie als Bio-Produkt bezeichnet werden dürfen.
Es gibt in Deutschland zudem die großen Verbände Bioland, Naturland und Demeter, die ihre eigenen Siegel vergeben und für ihre Partnerbetriebe zusätzliche Richtlinien festlegen. Deren Anforderungen gehen in verschiedenen Bereichen über die gesetzlichen EU-Bio-Mindestanforderungen hinaus. Wenn du eines dieser Siegel siehst, bedeutet das, dass zusätzlich die jeweiligen Richtlinien des entsprechenden Bio-Anbauverbandes eingehalten werden müssen.
Je nach Verband gelten zusätzliche Anforderungen, beispielsweise bei Tierhaltung, Platzangebot, Auslauf und Fütterung. Die Verbandsrichtlinien enthalten darüber hinaus eigene Anforderungen, unter anderem zum Umgang mit Böden, Betriebsmitteln und – je nach Verband und Produktbereich – Verpackungen. Die Siegel zeigen, dass die jeweiligen Vorgaben des entsprechenden Bio-Anbauverbandes eingehalten werden.
Bio-Siegel und ihre Besonderheiten im schnellen Überblick
Demeter:
Bio vom Samenkorn bis ins Ladenregal – ohne Kompromisse und Ausnahmen. Das ist der Anspruch der Produkte, die das Demeter Siegel tragen. Mindestens zehn Prozent der Betriebsflächen sind ausschließlich dem Erhalt von Artenvielfalt gewidmet. Tiere gehören zum Hofkreislauf, ihre Haltung ist artgerecht, zum Beispiel werden bei Kühen die Hörner nicht entfernt. Ihr Mist hält die Böden fruchtbar. Hundert Prozent Biofutter für die Tiere, 70 Prozent davon ebenso in Demeter Qualität, 50 Prozent müssen vom eigenen Hof stammen oder von einem Partnerhof. Demeter steht für biologisch-dynamisches Leben. Wer dieses Siegel auf seiner Verpackung hat, erfüllt die höchstmöglichen Ansprüche.
Demeter gilt für viele als eine Art Goldstandard unter den Bio-Siegeln. Die Demeter-Richtlinien gehen in zahlreichen Bereichen über die gesetzlichen EU-Bio-Anforderungen hinaus.
Naturland:
Weltweit gehören 114.000 Bio-Bauern und -Bäuerinnen dazu, davon knapp 5.000 in Deutschland. Naturland verbindet mit seiner Zertifizierung „Öko & Fair“ ökologische Anforderungen mit zusätzlichen Fair-Kriterien. Der Verband engagiert sich unter anderem für naturverträgliche Waldbewirtschaftung und hat Sozialrichtlinien für Naturland-Betriebe definiert.
Auch für den Umgang mit Tieren bestehen Vorgaben, die nicht nur die Haltung, sondern beispielsweise auch Verladung und Schlachtung betreffen. Darüber hinaus beschäftigt sich Naturland mit Entwicklung und Forschung zum Thema ökologische Insektenzucht, unter anderem mit Blick auf den Einsatz von Insektenmehl als mögliche Alternative zu Fischmehl und Fischöl im Futter.
Bioland:
Der Bioland-Verband ist der größte Bio-Anbauverband in Deutschland. Er ist in neun Landesverbände aufgeteilt und umfasst mehr als 9.000 Betriebe mit zusammengenommen mehr als 500.000 Hektar Nutzfläche.
Bioland endet nicht auf dem Feld, sondern bezieht auch Verarbeitung und Handel mit ein. Alle Mitglieder arbeiten nach Bioland-Richtlinien, die in verschiedenen Bereichen über die gesetzlichen EU-Bio-Mindestanforderungen hinausgehen.
Die Bioland-Richtlinien enthalten zusätzliche Anforderungen unter anderem zu zugelassenen Zusatzstoffen, Biodiversität, Kreislaufwirtschaft und Tierhaltung sowie zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit. Es gibt mehr als 1.000 Ehrenamtliche, die sich für die Arbeit des Bioland-Verbandes engagieren.